Nominiert für den Swiss Jazz Award 2016

Folgende Musiker und Formationen waren für den diesjährigen Swiss Jazz Award nominiert:

Finalist

Patrick Bianco's Cannonsoul

Patrick Bianco's Cannonsoul Patrick Bianco's Cannonsoul

In die Zeit von 1959 bis 1967 fallen die Kompositionen von Julian „Cannonball“ Adderley, die Patrick Bianco’s Quintett Cannonsoul interpretiert. Darunter finden sich auch Hits wie „This Here“ und „Sack O’Woe“, so frisch, als wären sie gestern erst geschrieben worden. Swing, packende Interaktion, technische Brillanz und die gelungene Suche nach dem Soul „Cannonballs“ zeichnen diese Hommage aus. Das Quintett hat den Schlüssel zum Soul des genialen Altsaxophonisten gefunden, dessen Stern gerade aufging, als Bebop-Legende Charlie Parker starb. „Cannonball“ lernte im Miles Davis-Quintett viel vom Saxophonisten John Coltrane, auch über Geist und Seele. Seinen funky gespielten Stil nannte Adderley Soul Jazz, zu dessen wichtigsten Vertretern er neben seinem Bruder Nat, Gene Ammons und Donald Byrd zählte. Damit erhellt sich der Bandname „Cannonsoul“, den Altsaxophonist Patrick Bianco, Trompeter Peter Tuscher, Pianist Renato Chicco, Drummer Bernd Reiter und der Bassist Andy McKee gewählt haben.

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Finalist

Sam Burckhardt

Sam Burckhardt Sam Burckhardt

Der Tenorsaxophonist Sam Burckhardt reist, ja fliegt auf seinem Album „Fly Over“ zurück in die Zeit des Rhythm’n’Blues, des Swing und der Bigbands von Count Basie und Duke Ellington. Drei Kompositionen hat er mit dem Gitarristen Joel Paterson geschrieben, darunter den swingenden Titelsong „Fly Over“ (wohl als Anspielung auf Illinois Jacquets „Fly Home“), ein wahrhaft beflügeltes Stück zwischen Jazz und Rhythm’n’Blues der vierziger Jahre. Auch „Bird Watching“ und „Early Bird Blues“ beweisen, wie sehr der (Rhythm’n’)Blues und der traditionelle Jazz zu Sams Identität gehören. Der Sound jener Jahre ist für den Basler, der seit über 30 Jahren in Chicago lebt und selber noch mit grossen Bluesmen wie Sunnyland Slim gespielt hat, nicht Nostalgie, sondern wie eine zweite Haut. Mit Respekt, ja Understatement geht Burckhardt an die Standards heran, deren „groovige“ Schönheit er im Quintett mit Keyboarder Pete Benson, Bassist Beau Sample, Drummer Alex Hall und Gitarrist Joel Paterson herausschält.

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Finalist

Marianne Racine Quartet

Marianne Racine Quartet Marianne Racine Quartet

Die schwedisch-schweizerische Pianistin und Sängerin Marianne Racine präsentiert auf „Sångbook 2“ eine gelungene Mischung von Standards aus dem Great American Songbook, schwedischen Songs und einem französischen Chanson. Lebensfreude und Liebeskummer, Swing und Blues halten sich die Waage. Den Auftakt macht ein Titel voller Ironie, „I’m Hip“, das Porträt eines typischen Snobs der sechziger Jahre. Ein Hauch von Melancholie begleitet die Standards, darunter zwei Perlen, das betont langsam interpretierte Chanson „Les feuilles mortes“ als Abschluss des Albums und eine stimmige Interpretation von Billy Strayhorns Pariser Impressionen in „Passion Flower“, die nicht zuletzt durch die originelle Arbeit der Rhythmussektion von Drummer Pius Baschnagel und Bassist Patrick Sommer gefällt. Daniel Baschnagel setzt mit der gestopften Trompete kontrastive Akzente im swingenden „That Old Black Magic Called Love“, den schon Glenn Miller mit seinem Swing-Orchester 1943 im Repertoire hatte.

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Sinatra Tribute Band & Max Neissendorfer

Nicht zufällig wagt sich eine Band an das riskante Abenteuer, Songs der Jahrhundertstimme Frank Sinatra zu interpretieren. Hundert Jahre „The Voice“ (Sinatra wurde 1915 geboren) ist ein guter Grund für die Sinatra Tribute Band, ihre neuste CD «The Man And His Voice» zu präsentieren. Die Risikobereitschaft hat sich gelohnt. Beim Anspielen des Songs «I Believe In You» beispielsweise glaubt man, aus Versehen ein Original von Sinatra in den Player geschoben zu haben. Doch bei näherem Hinhören wird klar, dass es Unterschiede gibt. Die dunkel getönte Stimme von Max Neissendorf klingt etwas anders als die ihres grossen Vorbilds. Auf seine spezifische Weise gelingt es dem deutschen Jazzsänger mit Sensibilität, den Songs von Sinatra Authentizität zu verleihen. Zur vollen Wirksamkeit von Neissendorfs Interpretationen trägt natürlich die siebenköpfige Band bei. Souverän belebt sie die Arrangements durch spritziges Zusammenspiel und legt für die Stimme eine locker swingende Basis.

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Benny's From Heaven

«Benny’s from Heaven» ist ein bewusst und schlau gewählter Name. Zunächst bezieht er sich auf den legendären Film und gleichnamigen Song «Pennies From Heaven», gesungen von Bing Crosby (1936), rekurriert aber auch augenzwinkernd auf den Bigbandleader Benny Goodman, der eine Stilikone des Swing in den 1930er- und 40er-Jahren war. Und der Magie des Swings hat sich die Band mit Klarinettist Simon Wyrsch, Pianist David Ruosch, Bassist Kalli Gerhards und Drummer Martin Meyer verschrieben. Gut nachvollziehen lässt sich dies auf der neusten CD, welche die Band unter ihrem Namen «Benny’s from Heaven» veröffentlicht hat. Mit ansteckender Energie interpretiert die Band mit nur vier Instrumenten souverän Swing-Klassiker wie «Flying Home», «Memories Of You», «Stompin’ At The Savoy» oder «Air Mail Special». Dank Spielwitz, Engagement und Erfahrung gelingt es dem Quartett, eine dichte Atmosphäre zu zaubern, die jene glorreichen Tage des Swings mit ihren Big Bands Revue passieren lässt.

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